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Ägyptologen

Giovanni Battista Belzoni ( 1778 – 1823 )
Italiener

  • Geboren am 5. November 1778 in Padua.
  • Studien zur Hydraulik in Rom 1794 – 1798; Pläne in den Kapuzinerorden einzutreten, die später wieder aufgegeben werden.
  • Reisen durch Europa; Anstellung als Muskelmann »der patagonische Samson« – im Zirkus von Charles Dibdin Junior am Sadlers-Wells-Theater in England.
  • Reisen nach Spanien und Portugal 1812 / 13, Malta 1814 und Ägypten 1815, wo er versucht Muhammed Ali einen Wasserheber zu verkaufen.
  • Erste Bekanntschaft mit Henry Salt 1816, der ihn beauftragt, Altertumsstücke zu sammeln; Grabungen im Tal der Könige 1816 / 17; Öffnung des Tempels von Abu Simbel 1817; Erforschung der Chephren-Pyramide 1818.
  • Rückkehr nach England 1819; Veröffentlichung seines Werkes Narrative of the Operations and Recent Discoveries 1820; Egyptian-hall-Ausstellung 1821.
  • Gestorben am 3. Dezember 1823 in Gwato, Benin (Nigeria), auf der Suche nach der Quelle des Niger.

Heinrich Brugsch ( 1827 – 1895 )
Deutscher

  • Geboren am 18.2.1827 in Berlin
  • Brugsch veröffentlichte schon 1855 eine demotische Grammatik, nachdem er noch als Schüler diese Schrift systematisch erforscht hatte.
  • 1864 war er deutscher Konsul in Kairo und 1868 Professor in Göttingen. Seine Arbeiten umfassen nahezu alle Gebiete der Ägyptologie. Ein siebenbändiges hieroglyphisches Wörterbuch erschien 1867–1882.
  • Brugsch begründetet 1864 die noch heute bestehende »Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde«, die älteste ägyptologische Fachzeitschrift.
  • Gestorben am 9.9.1895

Howard Carter (1874 – 1939)
Engländer

Entdeckte das Grab des Tutanchamun

  • Geboren am 9. Mai 1874 in Kensington, London als jüngster Sohn des Tiermalers Samuel John Carter.
  • Unterricht zu Hause, keine formale Ausbildung.
  • Kommt als 17-jähriger, 1891, nach Ägypten, um beim Egypt Exploration Fund als Zeichner und Maler zu arbeiten. Arbeitet in Beni Hassan und el-Berscha.
  • 1892 stößt Carter in Tell el-Amarna auf F.Petrie; 1893 – 1899 in Deir el-Bahari erneut für den Egypt Exploration Fund tätig.
  • Von 1899 bis 1904 unter Maspero erster Oberinspektor der Altertümerverwaltung in Oberägypten. Arbeitet viel im Tal der Könige.
    1900: legt Grab KV42 frei; 1901: legt Grab KV44 frei; leitet weitere Ausgrabungen (KV43, KV20); entdeckt zwei kleinere Gräber: KV45 und KV60.
  • Von 1904 bis 1905 Oberinspektor in Unterägypten.
  • 1905 bis 1908: Künstler, Händler, Dolmetscher in Luxor.
  • Danach Anstellung als Archäologe des Earl of Carnarvon; gräbt von nun an in Theben (Dra abu'l Nega, Deir el-Bahari, Tal der Könige) und an anderen Orten.
  • Frühjahr 1915: Gräbt mit Carnarvon im Westtal, am Grab Amenophis' III. (WV22). Und von 1917 bis 1922 im Hauptwadi.
  • 4. November 1922: Entdeckung das Grab von König Tutanchamun, KV62.
  • 1922 bis 1932: Freilegungs- und Konservierungsarbeiten des Grabes von Tutanchamun.
  • Gestorben am 2. März 1939 in Kensington, London.

Karl Richard Lepsius ( 1810 – 1884 )
Deutscher

Begründer der deutschen Ägyptologie

  • Geboren am 23.12.1810 in Naumburg (Saale)
  • Ehemaliger Schüler des Freiherrn von Bunsen und Alexander von Humboldt. Nach seinem Studium und den Besuch der ägyptischen Sammlungen in Frankreich, England und Italien führte Lepsius 1842–45 eine preußische Expedition nach Ägypten und Nubien, deren Ergebnisse in dem auch heute noch unentbehrlichen, 12-bändigen Tafelwerk »Denkmäler aus Ägypten und Nubien« 1859 veröffentlicht wurden.
  • Die Expedition verfolgte zwei Ziele: eine Bestandsaufnahme der erhaltenen Monumente und das Sammeln von Altertümern, von denen Lepsius alles in allem horrende 15.000 nach Hause schickte.
  • Von 1865 an war er Leiter der ägyptischen Sammlung in Berlin, seit 1873 Direktor der königlichen Bibliothek. Seine Arbeiten galten vor allem der Geschichte und Chronologie.
  • Gestorben am 10.6.1884 in Berlin

Gaston Camille Charles Maspero (1846 – 1916)
Franzose, Ägyptologe

  • Geboren 23. Juni 1846 in Paris.
  • Erstes Interesse an Ägyptologie als Vierzehnjähriger; trifft Mariette.
  • Dozent, Écoles des Hautes Ètudes, Paris, 1869; Promotion 1873; Professor für Philologie und Ägyptologie, Collège de France, 1874.
  • Direktor der französischen archäologischen Mission, Kairo 1880.
  • Direktor der ägyptischen Altertümerverwaltung und des Museums in Bulaq, 1881–1886 und 1899–1914; persönliche Verdienste bei verschiedenen archäologischen Entdeckungen, unter anderen bei der Entdeckung der Pyramidentexte und des Grabmals von Sennedjem sowie bei Davis' Ausgrabungen im Tal der Könige.
  • Gestorben am 30. Juni 1916 in Paris.

William Matthews Flinders Petrie (Sir)
( 1853 – 1942 )

  • Geboren am 3.6.1853 in Charlton
  • Petrie führte seit 1880 in Ägypten zahlreiche Grabungen und Denkmäleruntersuchungen (Pyramiden, Abydos, Negade) durch. Er begründete die systematische Ausgrabungstätigkeit und hat ganze Epochen der Wissenschaft erschlossen – besonders Vor- und Frühgeschichte.
  • Gestorben am 28.7.1942

Napoleon Bonaparte ( 1769 – 1821 )
Franzose

Mit seiner Expedition in Ägypten gelang es den sogenannten "Stein von Rosette" zu entdecken

  • Geboren am 15. August 1769 in Ajaccio.
  • Sohn des korsischen Advokaten C. Bonaparte.
  • Warf 1795 als Brigadegeneral in Paris den Royalistenaufstand gegen das Direktorium nieder.
  • Errang als Oberbefehlshaber im italienischen Feldzug gegen Österreich große Siege.
  • 29-jährig im Jahre 1798, führte er als ein General der Französischen Revolution einen militärischen Verband nach Ägypten u.a. mit dem Ziel, eine alternative Route nach Indien zu sichern. (Indien stand damals unter britischer Kontrolle.)
  • Unternahm im Jahre 1798 die Expedition nach Ägypten; verlor aber durch Nelson in der Schlacht von Abukir seine Flotte.
  • Wurde bei seinem Unterfangen in Ägypten von einer Kommision an Wissenschaftlern, Ingenieuren und Künstlern begleitet.
  • Stellt sich mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen in Ägypten: die Schlacht bei den Pyramiden gegen die Mamelucken; die Schlacht bei Abukir gegen die Engländer; die Schlacht gegen die Türken bei Abukir; …
  • Verläßt im Juli 1799 heimlich das Land Ägypten und kehrte nach Frankreich zurück.
  • Nach der Kapitulation der Franzosen in Ägypten waren die mitgereisten Forscher in der Lage nach Hause zurückzukehren. Durch ihre wissenschaftlichen Arbeiten und Zeichnungen entstand Jahre später die Publikation »La Description de l'Egypt«.
  • Mit der Expedition Napoleons war der Funke der Neugier übergesprungen und das Erscheinen der Description sollte das Feuer zu einem Flächenbrand anwachsen lassen.
  • Napoleon krönte sich 1804 zum erbl. Kaiser der Franzosen.
  • Um 1806 war ganz Europa, außer England und Rußland, von Napoleon beherrscht.
  • Gestorben am 5. Mai 1821, St. Helena.

La Description de l'Egypt
Der Verdienst Napoleons besteht auch darin, im Februar 1802 die Veröffentlichung der künstlerischen und wissenschaftlichen Ausbeute der Ägyptenexpedition veranlaßt zu haben. 400 Kupferstecher arbeiteten beinahe 20 Jahre an der »Description de l'Egypt«, so als ob sie das reichste Museum der Welt inventarisierten. Es ist eine vollständige Bilanz Ägyptens zum Zeitpunkt der Expedition, die nicht nur die Beschreibung der Altertümer umfaßt, sondern gleichzeitig ein praktisches Inventar der dort aufgefundenen Tier- und Pflanzenwelt darstellt: eine Synthese aus Ethnographie, Naturkunde und Geographie.
Das Werk umfaßt zehn Folianten und zwei Sammelbände mit 837 Kupferstichtafeln, insgesamt mehr als 3.000 Abbildungen.

Zahi Hawass ( *1947 ) Ägypter

Chef der Antikenverwaltung Ägyptens bis 2011

  • Geboren am 28. Mai 1947 in Damietta.
  • Berufsakademie, B.A. in griechisch-römischer Archäologie in Alexandria.
  • 1980 Diplom der Ägyptologie an der Universität in Kairo.
  • 1983 Magisteratrium, M.A. an der Universität von Pennsylvannia.
  • 1987 Promotion an der Universität von Pennsylvannia.
  • Seit 1969 Inspektor der ägyptischen Antikenverwaltung.
    Führt Grabungen an zahlreichen Orten durch.
  • 1980 Oberinspektor des Pyramidenfeldes von Giseh; Generaldirektor von Giseh.
  • 1987 bis 1998 Generaldirektor von Giseh, Sakkara und der Baharija-Oase.
  • Seit 1998 Unterstaatssekretär für Giseh.
  • Umfangreiche Ausgrabungen und denkmalpflegerische Tätigkeit.
  • Lehrtätigkeit und Vorträge in Ägypten und im Ausland.
  • Pressesprecher
  • Antikenminister bis im Jahre 2011

Erik Hornung ( *1933 )

Einer der bedeutendsten Kenner des alten Ägypten; Erforschte gründlich das sogenannte "Amduat"

Publikationen
Eine Stärke Hornungs ist die gut verständliche Darstellung auch komplizierter Sachverhalte und somit auch für den Laien ein "Pflicht-Autor":

  • Grundzüge der ägyptischen Geschichte.
  • Geist der Pharaonenzeit.
  • Tal der Könige – Die Ruhestätten der Pharaonen. (Artemis & Winkler)
  • Das Tal der Könige. (Beck-Verlag)
  • Echnaton – Die Religion des Lichtes.
  • Einführung in die Ägyptologie. Stand. Methoden. Aufgaben.
  • Das geheime Wissen der Ägypter und sein Einfluss auf das Abendland.
  • Das Totenbuch der Ägypter.
  • Die Unterweltsbücher der Ägypter.
  • Die Nachtfahrt der Sonne – Eine altägyptische Beschreibung des Jenseits.
  • Altägyptische Jenseitsbücher.
  • Der Eine und die Vielen.
  • Das Grab Sethos' I.

Forschungen
Mehr als 25 Jahre hat Erik Hornung sich den Gräbern aus dem Tal der Könige gewidmet. Er gilt als einer der besten Kenner heutzutage auf diesem Gebiet. Hornung hat religiöse Texte aus den Gräbern herausgegeben und bearbeitet. In den Gräbern an den Wänden finden sich eine Vielzahl an Malereien, die die Bild- und Gedankenwelt der alten Ägypter des Neuen Reiches wiederspiegeln. Erik Hornung hat die ägyptischen Jenseitsbücher, insbesondere das sog. "Amduat" gründlich untersucht und auch der Öffentlichkeit nahegebracht. Seine Forschungen auf diesem Gebiet der ägyptischen Jenseitsvorstellungen gelten zurecht als epochal.

Jean-François Champollion ( 1790 – 1832 )
Franzose

Sprachgenie; Entzifferte die Hieroglyphenschrift

  • Geboren am 23. Dezember 1790 in Figeac, Frankreich.
  • Schüler am Lyceum in Grenoble 1801 – 1807; Feststellung der Verwandtschaft von Ägyptisch und Koptisch; Studien bei Silvestre de Sacy, Paris 1807 – 1809.
  • Dozent für Geschichte und Politik in Grenoble 1809 – 1816; Promotion 1810.
  • Professor für Geschichte und Geografie, Grenoble 1818 – 1821.
  • Lettre à M. Dacier, relative à l'alphabet des hiéroglyphes phonétiques, employé par les Égyptiens …, 1822.
  • Besuch ägyptischer Sammlungen in Italien, 1824.
  • Précis du système hiéroglyphique des ancient Égyptiens …, 1824.
  • Direktor der ägyptischen Sammlungen, Louvre, 1826.
  • Forschungsreise nach Ägypten mit Ippolito Rosellini, 1828/29.
  • Erster Professor für Ägyptische Geschichte und Archäologie, Collége de France, 1831.
  • Gestorben 42-jährig am 4. März 1832 in Paris.

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